EU-Abstimmung über schärfere Richtlinien verschoben

Nachdem die Verhandlungen zum Verbot von Menthol-, Slim- und aromatisierten Zigaretten für Montag/Dienstag, also Anfang dieser Woche geplant waren, hat man nun die Abstimmung auf Mitte Oktober verschoben. Und dies obwohl es eigentlich der allgemeine Konsens war, dass man die neuen Richtlinien definitiv verabschieden würde- dabei waren sich so gut wie alle Abgeordneten einig. Es gelte besonders Jugendliche vor den Gefahren des Rauchens zu schützen, und dafür wäre es ein guter Anfang, die zum Rauchen verleitenden aromatisierten und Slimzigaretten zu verbieten. Mit diesen Produkten verhalte es sich so wie mit den Alkopops bei den alkoholischen Getränken, da sie direkt zum Konsumeinstieg führen würden.

Es sollte kein Geheimnis sein, dass die Tabaklobby- auf welche Art und Weise auch immer- ihre Finger im Spiel hat. Die Grünen-Politikerin Rebecca Harms spricht davon, dass man der Tabak-Lobby gefolgt sei. Die Aufschiebung der Diskussion könnte insofern wichtig für das endgültige Gesetz sein, da ab Januar 2014 Griechenland die Ratspräsidentschaft der EU übernimmt (sie wechselt alle 6 Monate). Griechenland scheint sich allerdings für strengere Tabak-Gesetze eher weniger zu interessieren. Ganz vom Tisch wird der Gesetzesentwurf wohl kaum kommen, allerdings könnte es zu einer gewissen Abmilderung kommen. So könnten z.B. die Warnhinweise (bzw. Schockbilder), die auf den Zigarettenschachteln prangen sollen, weniger groß ausfallen als bisher geplant (ca. 75% der Schachtelfläche).

Wer auf seine Mentholzigaretten auch in Zukunft auf keinen Fall verzichten möchte, muss sich wohl einen Vorrat zulegen. Altkanzler Schmidt soll angeblich 200 Stangen seiner geliebten Mentholzigaretten bunkern, um in späteren Jahren nicht auf dem Trockenen zu sitzen. Das ist die traurige Realität.


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