EU: Kein Verbot von Schnupftabak geplant;

Als die EU im Winter letzten Jahres über neue Tabakprodukt-Richtlinien zu diskutieren begann, war zunächst ein mögliches Verbot aller rauchfreien Tabakwaren im Gespräch. Dieses Verbot hätte sowohl Kautabak als auch den u.a. in Bayern sehr beliebten Schnupftabak betroffen. Gegen die Umsetzung einer solchen Regelung setzte sich vor allem der aus Niederbayern stammende EU-Abgeordnete Manfred Weber ein. Er verwies darauf, dass das Tabak-Schnupfen in Bayern und auch in anderen Regionen eine seit Jahrhunderten fest verankerte Tradition darstelle. Auch die im Vergleich zu Zigaretten und anderen Rauchtabaksorten geringeren Gesundheitsriskiken sprach er an: Durch die Verbrennung entstünden gesundheitsschädliche Stoffe, im Schnupftabak gebe es diesen Verbrennungsprozess- und damit auch die dabei entstehenden Schadstoffe- nicht.

Ein paar Wochen später kam schließlich vorerst die Entwarnung: Die EU plane nicht, die Praktizierung alter Traditionen wie das Tabak-Schnupfen zu verbieten, sagte Henning Arp, Verantwortlicher aus der Regionalvertretung der EU (München). Allerdings diskutiere man momentan noch darüber, ob manche Additive wie Geschmacks- und Geruchsstoffe verboten werden sollen. Dies würde wieder ernsthaft den Schnupftabak betreffen. Seine fantastische Sortenvielfalt entsteht nämlich bekannterweise auch durch bestimmte Geschmacksstoffkompositionen, welche ihm das typische Aroma verleihen. Wäre das Hinzufügen eben jener Stoffe nicht mehr erlaubt, so würde das Angebot an verschiedenen Sorten völlig einbrechen. Ob es soweit kommt, kann momentan noch nicht vorrausgesagt werden.

Neben den Geschmacks- und Aromastoffverboten sind übrigens auch Grenzwerte für Tabakrauch-Inhaltsstoffe wie Kohlenstoffmonoxid und Nikotin geplant. Außerdem sind Verbote von Menthol- und Slimzigaretten im Gespräch, näheres können sie hier nach lesen: “Traurig aber wahr: EU will Menthol- und Slimzigaretten verbieten”.

 

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“Eine Dose Pöschl-Gletscherprise, einer der bekanntesten Schnupftabake”

 


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