Nikotin im Tabak

Kommen wir nun zum wichtigsten Inhaltsstoff des Tabaks: Dem sehr verrufenen Nikotin. Nikotin ist ein Alkaloid (so werden biologisch aktive Stoffe in Pflanzen genannt), das von der Tabakpflanze zur Schädlingsabwehr hergestellt wird. Auf kleine Insekten und andere Tiere, die dem Tabak gefährlich werden können, wirkt es als starkes Nervengift. Die Schädlinge werden, wenn sie sich doch über die Blätter hermachen, entweder in einen Zustand der Betäubung verfallen oder aber direkt sterben. Insofern hat das Diagramm mit der Behauptung, Nikotin sei ein Nervengift, durchaus recht. Zwar ist Nikotin auch für Menschen gifitg, allerdings verhält es sich dabei wie mit vielen Dingen: „Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, dass ein Ding kein Gift sei” (Paracelsus). Auf Zigarettenschachteln ist die Menge Nikotin, die man pro Zigarette aufnimmt, stets vermerkt. Er schwankt zwischen 0,6mg und 1mg; Diese geringen Dosen Nikotin sind für den Menschen keinesfalls gefährlich, viel eher entstehen positive Effekte: Durch Stimulation der nikotinischen Acetylcholin-Rezeptoren bewirkt Nikotin eine Freisetzung Adrenalin, Dopamin und Serotonin. Diese Neurotransmitter bewirken eine Stimmungssteigerung und einen kleinen Stimulationsschub.

Allerdings sind diese Effekte eher subtiler Natur und halten auch nicht sehr lange an, weswegen das Suchtpotential des Nikotins im Vergleich zu illegalen Drogen (z.B. Amphetamine), die in viel höherem und destruktiverem Maße Dopamin und Adrenalin ausschütten, eher als gering einzuschätzen ist. Warum also wird immer wieder behauptet, Nikotin sei eine der suchterzeugendsten Substanzen überhaupt? Nun, dies liegt warscheinlich daran, dass 25% der deutschen Bevölkerung regelmäßig zur Zigarette greift und sich damit auch in den Statistiken höhere Konsumentenzahlen ergeben als bei illegalen Drogen. Dass 25% der Menschen in Deutschland rauchen ist zudem nicht damit gleichzusetzen, dass 25% der deutschen Bevölkerung nikotinabhängig sind. Nur ein kleiner Teil dieser 25% hat ernsthafte Probleme mit seinem Tabak-Konsum, bei den anderen herrscht ein selbstbestimmter Genuß- und Gelegenheitskonsum vor.

Der andere, geringere Teil der Menschen, die man als vom Tabak abhängig bezeichnen würde, sind in Wirklichkeit nicht Tabak- oder Nikotin-süchtig. Sie haben sich vielmehr an den Prozess des Rauchens gewöhnt, an die “Frühstückszigaretten”, die “Bushaltestelle-Zigarette” und die “Feierabend-Zigarette”. Ein solches, sich stehs wiederholendes Verhalten prägt sich ein. Will man dann aufhören zu rauchen, aus welchem Grund auch immer, so spürt man, dass plötzlich etwas fehlt, da man ja beim Frühstücken, beim Warten auf den Bus und nach Feierabend keine Zigaretten mehr rauchen “darf”. Es entsteht eine gewisse Leere, bei der man zunächst nicht weiß mit was man sie füllen soll. In solchen Momenten hat man plötzlich wieder Lust auf eine Zigarette. Doch das ist NICHT wie viele denken auf die angeblich so stark suchterzeugende Wirkung des Nikotins zurückzuführen, sondern auf den Wunsch des Individuums, die neu entstandene Leerlaufzeit oder Langeweile zu füllen. Lassen Sie uns ein anderes Beispiel anführen: Sie lesen jeden Abend im Bett zum Einschlafen ein Buch. Danach werden Sie müde und schlafen schnell ein. Dann übernachten Sie in z.B. einer Herberge, wo es keine Bücher gibt. Plötzlich haben Sie Probleme einzuschlafen und wälzen sich nur im Bett herum. Sie hätten jetzt gerne ein Buch, in dem Sie lesen könnte, um müde zu werden? SIND SIE JETZT SÜCHTIG NACH BÜCHERN? NEIN! Vielmehr haben Sie sich darauf konditioniert, immer wenn sie schlafen gehen, in einem Buch zu schmökern, was Ihnen dann mit der Zeit die gewünschte Bettschwere gebracht hat. Jetzt wird dieses Verhaltensmuster durcheinander gebracht. Ihr Gehirn braucht dann ein wenig Zeit, um sich an die neuen Umstände zu gewöhnen. Schon am zweiten oder dritten Tag könnten Sie dann aber auch ohne ein Buch schnell einschlafen. Sie sehen also, dass es sich beim “Verlangen nach einer Zigarette” nicht um die Gier nach Nikotin, sondern vielmehr um das gewohnheitsmäßige Erfüllen eines eingeprägten Verhaltensmusters dreht, welches aber schon nach kurzer Zeit leicht durchbrochen werden kann. Sollten Sie also aufhören wollen zu rauchen oder zumindest Ihren Tabakkonsum einschränken, reden Sie sich nicht ein, dass Sie süchtig seien! Denn durch ein solches Denken kommt es wohl eher zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung, sodass Sie es schlussendlich wirklich nicht schaffen! Sie würden sich selbst im Weg stehen.

 

NIKOTIN


Kommentare

Nikotin im Tabak — 15 Kommentare

  1. Hier wird leider das Suchpotential von Nikotin sehr verharmlost!
    Wenn es sich beim Rauchen doch nur um eine Angewohnheit handelt, warum gibt es dann nachweislich Entzugerscheinungen, wenn nach langjährigem Zigarretenkonsum das Rauchen aufgegeben werden will?
    Zu den Entzugserscheinugen wie Schweißausbrüche, Konzentrationsschwäche und Agressivität kommt es sicher nicht aus langeweile.
    Außerdem sind wir Menschen nicht direkt nach Nikotin süchtig, viel mehr sind wir am Ende nach den Glückshormonen wie z.B. Dopamin süchtig, auch wenn beim Rauchen davon nur wenig ausgeschüttet wird.

    So einfach wie es in dem obigen Artikel dargestellt wird ist es leider nicht.

    • Auch wenn Sie mich fragen ist das Suchtpotenzial nicht so unglaublich stark wie es einem immer in den Medien und so weiter dargelegt wird. Dass es nach jahrelangen Konsum zu Entzugserscheinungen kommen kann bezweifle ich gar nicht, allerdings muss man sich dann auch fragen, ob nicht ein großer Teil davon einfach nur psychosomatisch entsteht…

      • .. wie auch Juckreiz dadurch bedingt ist; aber egal ob es psychosomatisch ist oder nicht, Fakt ist, die Erscheinungen sind da. Raucher die aufhören wollen kämpfen mit solchen Problemen, die für sie leider total real sind.

  2. Wer selbst geraucht hat und nach Abgewöhnung wieder “riechen”, joggen und Sport treiben kann ,wieder über so etwas wie Kondition verfügt und das Pfeifen auf der Lunge abends im Bett nicht mehr hören muss ,geschweige denn den Würfelhusten den man hat, kann über soviel Naivität Eurereseits nur Lachen. Ich frage mich, ob Ihr tatsächlich bei den vielen Fällen von Herzinfarkten und Krebs selbst an den völligen Unfug glaubt, den Ihr hier verbreitet! Ihr argumentiert ebenso wie die netten Politiker ,die uns glauben machen, das wir Zuwanderung benötigen, weil wir keine Fachleute mehr haben und Bauern importieren, die weder eine Ausbildung haben,geschweige denn Lesen und schreiben kömnnen! Grüsse vom Exraucher

      • heee, hier geht es ums Rauchen und nicht um die Dachpapperollen die hier täglich aufschlagen. Oder hat das Gutmenschchen mittlerweile auch die Meinung geändert weil sie die dir Rosette veredelt haben?
        Smoke4ever i love it, was geht über naturreinen, selbst angebauten Tabak???
        Nothing is better

  3. Die im Tabakrauch enthaltenen Substanzen wie Nikotin und Mao hemmer, können gewaltig süchtig machen. Doch das es gewaltig süchtig macht, ist ein schädlicher glaube. Es gibt auch menschen die von Schokolade und käse gewaltig süchtig sind. Wenn man die sucht relativiert und den Schüben wiedersteht, ist es nicht schwer aufzuhören. Je stärker der glaube an die sucht umso schwieriger wird es aufzuhören. Alles Kopf sache

    • Na dann konsumieren Sie doch mal Heroin.
      Wenn doch alles nur eine Kopfsache ist, müssten Sie doch ganz leicht davon loskommen können.
      Fragen Sie mal einen Junkie, wie leicht so etwas ist.
      Unglaublich wie Naiv manche Menschen sein können.

      • Lächerlich. ..Nur Schwache Individuen wollen nicht von den Drigen wegkommen.

        Wer einen starken Willen hat?, schon.!

  4. Das Ihr aneinander vorbeiredet liegt daran, dass ihr das Schad- und Suchtpotential von Nikotin mit den 7000 anderen Stoffen einer Zigarette in ein Topf werft. Die Angabe der lethalen Dosis von Nikotin wird seit 200 Jahren unüberprüft und falsch weitergereicht wird. Es gibt soviele nicht erfolgte Suizidfälle, weil diejenigen dachten Nikotin sei so gefährlich – hatten sie das 20fache der Dosis aufgenommen und davon nur Übelkeit und Erbrechen bewirkt. Nikotin wird hier als Ablenkungsmanöver verwendet um von der echten Gefahr (im Teer enthalten) abzulenken.
    Es gibt Amazonasindianer, die bauen ihr eigenes Tabak an, (keine Pestizide, kein Dünger, viel Sonne, keine Monokultur) Es enthält 18 mal mehr Nikotin. Lungenkrebs kennen die dort nicht.

  5. @Der oX
    Genau das wäre der richige Weg:
    MEHR Nikotin in Tabakzigaretten rein, dann raucht man weniger und inhaliert automatsch viel weniger Verbrennungsgiftstoffe. Weiss auch die Krebsgesellschaft.
    Was wir heute haben, sind bereits alles “Light-Zigaretten”….den Gesundheits- und Regulierungsbehörden und der Tabakindustrie sei Dank.
    Das Stichwort heisst “Nikotinaufnahmeregulation”.
    Ein Raucher raucht überwiegend wegen dem Nikotin und reguliert seinen Nikotinbedarf automatisch selbst.
    Dass Nikotin der Hauptwirkstoff im Tabak ist, weiss man seit 1828. Aber bereits damals fing die Panikmache schon an (es wurde überwiegend immer die tödliche Dosis weitergegeben..von den normal konsumierten Mengen gibt es kaum Informationen).

    Dass Nikotin selbst in den üblichen konsumierten Mengen dem Raucher nicht schadet, weiss man seit mindestens 1964 (da stand das im berühmten Terry-Report drin).
    Aber anstatt den Rauchern mehr Nikotin in Tabakzigaretten zu geben, verringerte man den Nikotingehalt kontinuierlich!
    1963 hatte eine “Lord Extra” noch ca. 0,7mg Nikotin.
    Eine Marlboro hatte damals 1,7mg.

    Heute hat eine Marlboro Red gerade noch mickrige 0,8mg.
    Man raucht mehr! Das ist gewollt.
    Gut für die Tabakindustrie und für die Tabaksteuer.
    Aber den Tabakrauchern gaukelt man vor, weniger Nikotin wäre “gesünder rauchen”.
    Von wegen!

  6. Ist der Mensch nicht schon durch seine Umwelt, in er Lebt, total geschädigt? Was kann denn da noch das Rauchen kaputt machen. Tagtäglich, müssen wir uns mit dingen beschäftigen, egal im Beruf, oder atmen etwas ein, was angeblich ungesund ist. Im meinen Augen, ist alles gift und schädlich. Meiner Meinung nach, gibt es nichts gesundes.

  7. Es ist das Zusammenspiel aller Dinge Die hier genannt wurden. Jeder einzelne von Euch hat Recht, aber auch Unrecht. Der Artikel allerdings verhamlost wirklich das Nikotin. Aber das war wohl nicht so gedacht wie es hier einige aufgenommen haben. Gelegenheitsraucher werden kein Schaden von Nikotin erwarten müssen. Viel mehr aber von den anderen Stoffen. Teer ist einer der Obrigen die echt krass sind. Aber am Ende oder unterm Strich ist das ein Zusammenspiel wie in einem Konzert. Jeder Stoff, jede Gewohnheit trägt seinen Teil dazu. Dann bitte nicht den einfluss des Geistes aud sich selber unterschätzen. Entzugserscheinung können wirklich selbst Produziert werden, obwohl mann garnet Süchtig ist. Der Wille ist eine extrem große Kraft wenn mann weiß Sie einzusetzten. Der Artikel ist soweit Gefährlich, das E-Zigaretten Dampfer das Nikotin runter Spielen. Die E-Zigarette ist weit Gesunder dem Raucher gegenüber, dem Nichtraucheraber ggegenüber Schädlich. Mann muss alles Relativieren. Mein Vater war über 40 Jahre starker Pfeifen Raucher und wurde Gesunde 84 Jahre alt. Dann gibts Menschen die sehr anfällig sind aufTabbak und früh krebs erleiden müssen oder Sterben. Es traurig, aber was für den einen gilt, muss nicbt unbedingt auf den anderen zutreffen. Das ist Fakt!

    Die es nicht schaffen vom Nikotin weg zu kommen, oder es nicht wollen, können Ihre Chancen Gesund zu Leben erhöhen indem Sie den Tabbak ausgleichen. Sport, Gesunde Ernährung, regelmäßige Arzt Besuche, u. s. w.
    Es ist schon ein Erfolg, wenn mann statt 20 kippen runter ist auf 10 kippen.

    Nikotin ist ne harte Hausnummer, aber wird wirklich alles drauf geschoben. Böse Nikotin… Nein, böse Lebenweise und Missbrauch von Stoffen die einem Schaden.

    Ich bin weg vom Tabbak dank E-Zigarette. Die ist echt hilfreich vom Tabbak weg zu kommen, mann kann seine Rituale weiter führen und mann Lebt deutlich besser. Die Lunge freut sich am meisten. Und ohne das ich das wollte, entferne ich mich vom Nikotin. Und nun frage ich mich, wieso das aufeinmal so Relative leicht geht?! Was wlist im Tabbak was es so viel schwerer machte? Also ist in diesem Bericht nix falsches, sondern nur einseitig.

    Am Ende werden wir uns eh selber richten. Wenn unsere Gesellschaft so weiter macht wie bisher, Jucken einem die Tabbak Zigaretten eh nicht weiter.

    Naja, so long

    Obeeron

  8. Nikotin macht süchtig und zwar nicht nur psyschisch. Ich habe selbst das Rauchen aufhören vor zig Jahren hinter mir. Die Gewohnheit ist eine Sache, aber Entzug ist Entzug. Nichts desto trotz ist das Nikotin an sich nicht das Problem. Wer sein Leben lang Kautabak, Schnupftabak oder von mir aus Nikotinkaugummis komsumiert, wird sicher nicht an Lungenkrebs sterben. Was ja doch das Hauptproblem beim Rauchen sein soll. Was wirklich schädlich ist, ist der Teer und all die anderen schönen Stoffe, die bei der Verbrennung von Tabak entstehen und über die Lunge aufgenommen werden. Der Ansatz “mehr Nikotin pro Zigarette” wäre in meinen Augen insofern sinnvoll. Es bedeutet weniger Schadstoffe pro Nikotin. Natürlich macht dann das Rauchen noch abhängiger.

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